Infos über Karate

Was ist Karate-Do und wie wird es im VfB praktiziert?

Karate-Do bedeutet wörtlich „Der Weg der leeren Hand“, wobei unter „leer“ auch unbewaffnet zu verstehen ist. Neben Hand- und Fausttechniken werden auch Tritte sowie Würfe und Hebel gelehrt. Das Training untergliedert sich in Grundschultechniken (Kihon), Parterübungen (Kumite), die von abgesprochenen Formen bis zum freien Kampf reichen können, sowie Kata (festgelegte Formen) und Selbstverteidigung. Alle Techniken lassen sich den körperlichen Voraussetzungen für jedes Alter anpassen, sodass eine individuelle Entwicklung und Steigerung der persönlichen Leistungsfähigkeit ermöglicht wird.

Im VfB werden Wado Ryu und stiloffenes Karate sowie als spezielle Gruppe für Fortgeschrittene auch Koryû Uchinâdi praktiziert.

Wado Ryu bedeutet Schule (Ryu) des Wegs (Do) des Friedens/Harmonie (Wa) und ist eine der vier großen japanischen Stilrichtungen, die von Hironori Otsuka (1892-1982) gegründet wurde. Diverse Bewegungsprinzipien des Wado Ryu wie zum Beispiel Ausweichen und Mitführen der gegnerischen Technik bei einem Angriff, Eindringen in den Gegner und Kontrolle sowie fließende Übergänge zwischen den einzelnen Techniken sind ähnlich denen anderer Budokünste wie etwa Kendo, Judo oder Aikido.

Der Stilgründer Otsuka legte Wert auf größtmögliche Effektivität. Auf überflüssige Bewegungen oder Techniken wird im Wado Ryu ebenso verzichtet wie auf unnötigen Kraftaufwand. Ein Grundprinzip liegt dabei auf Drehbewegungen des Rumpfes.

Stilrichtungsoffenes Karate (SOK) ist eine moderne Variante, die dem Schüler mehr Wahlmöglichkeiten bietet. Ab einer bestimmten Stufe können eigene Schwerpunkte gesetzt werden, etwa auf Wettkampf-Karate, Selbstverteidigung oder Anwendung der Kata . Damit sind auch Karateka aus anderen Stilen wie Shotokan, Goju-Ryu oder Shito-Ryu im VfB willkommen, die somit nicht alle ihre Techniken an die Wado-Kriterien anpassen müssen.

Das von Patrick McCarthy geschaffene Koryû Uchinâdi ist ebenfalls an keinen Stil gebunden, weil es eine Art "Ur-Karate" ist. McCarthys moderne Re-Interpretation der Anfänge des Karate-Do als zivile Selbstverteidigung stellt Partnerübungen in den Mittelpunkt. Trainiert werden unter anderem sogenannte Flow-Drills, die die Automatisierung von Bewegungsabläufen zum Ziel haben. Dabei erhalten viele "Zwischenbewegungen" aus den Kata wieder einen Sinn. Koryû Uchinâdi wird außerdem als eine Alternative zu konventionellen westlichen Fitness- und Stressbewältigungsmethoden gelehrt. Zu lernen, wie man ruhig und gelassen auf Aggressionen reagiert, vermittelt Selbstbeherrschung und innere Ruhe.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok